Wir wollen unsere Häuser zurück!

Redebeitrag der Vernetzung der Akelius Mieter*innen Berlin auf der Kundgebung: „Wohnraum ist keine Ware – Endspurt zur Enteignung von Akelius, Deutsche Wohnen & Co.“, 20.06.21

Wir stehen hier vor zwei Akelius-Häusern, der Reichenberger 114 und 72a. Akelius ist einer der großen Enteignungskandidaten und spätestens seit dem letzten großen Presse-Interview mit Konzerngründer Roger Akelius, wissen auch alle warum. Dieser Konzern tritt die Menschenrechte mit Füßen. Anstatt wenigstens während Corona uns Mieter*innen minimal zu entlasten, besteht der Konzern auf ungebremsten maximalen Profit. Und alle, die nicht finanzkräftig genug sind und dem im Wege stehen, für die sollte eine Schwesternstadt mit allem drum und dran 20 km außerhalb gebaut werden. Und dass der Berliner Mietendeckel gekippt wurde, feierte Roger Akelius als vermeintliche Rückkehr zu Ordnung und Vernunft. Doch das ist nicht unsere Ordnung! Das ist unverblümte Gewalt des Kapitals gegen uns Mieter*innen!

Es ist bezeichnend, dass Gesetze, Ordnung und Vernunft von Konservativen und Marktradikalen wie Akelius immer nur dann bemüht werden, wenn sie gegen uns gerichtet sind. Wenn sie sich aber selbst daran halten sollen, wird ihre Handhabe damit sehr schnell sehr flexibel und erstaunlich akrobatisch.

So auch bei den Share Deals – einer gängige Methode Immobilien zu kaufen, ohne Grunderwerbsteuer zu zahlen und ohne den Bezirken ihr Vorkaufsrecht zuzugestehen. Akelius hat diese Praxis im großen Stil angewandt und dabei auch noch zusätzlich getrickst. Denn die Voraussetzung für einen legalen Share Deal ist, dass nur begrenzt Anteile an einer GmbH gekauft werden können, der eine Immobilie gehört. Ist diese Grenze überschritten, entfallen die beiden Vergünstigungen. Akelius hat aber über ein weit verzweigtes Netz von eigenen Subfirmen bei vielen Hauskäufen jeweils alle Anteile gleich auf einen Schlag gekauft, diese aber aufgeteilt auf verschiedene Subfirmen, mit Sitzen z.B. in Berlin und auf Zypern.

Wir haben mehrere Fälle recherchiert, in denen wir die Tricksereien nachweisen konnten. Eine Bundestagsabgeordnete hat vier Fälle der Steuerbehörde gemeldet, doch passiert ist seit dem nichts. Der zuständige Senat für Finanzen beruft sich auf das Steuergeheimnis und gibt keinerlei Auskunft. Nicht mal, ob die Prüfung noch läuft oder bereits abgeschlossen ist. Wir finden das skandalös! Wir müssen uns für einen Mietvertrag komplett nackig machen, mit Schufa, Einkommensnachweis und allem drum und dran. Und wenn unser Vermieter unter Betrugsverdacht in Millionenhöhe steht, schützt ihn das Steuergeheimnis?!

Wenn wir wenigstens sicher sein könnten, das Akelius wirklich richtig geprüft und sanktioniert wird, dann ginge das ja irgendwie gerade noch. Aber wir können uns nicht sicher sein. Denn bald ist ein ganzes Jahr vergangen, seit die erste Prüfbitte bei der Steuerbehörde einging. Wir befürchten, dass der SPD-geführte Senat für Finanzen mit Akelius einen Hinterzimmerdeal in Form eines Vergleiches abschließt und dass evtl. gegen ein geringes Bußgeld alle fingierten Akelius Share Deals nachträglich legalisiert werden. Das wäre ganz im Stil der Investoren-Kuschelpartei SPD und ganz im Sinne von Akelius, um ohne Urteil und Öffentlichkeit aus der Nummer wieder rauszukommen. Doch für uns Mieter*innen wäre das ein Schlag ins Gesicht. Wir wollen unsere Häuser zurückhaben! Wir wollen Akelius nicht als Vermieter behalten! Wir wollen Akelius wieder los werden! Wir haben sie weder gebeten unsere Häuser zu kaufen, noch die Miete zu vervielfachen, noch unsere Wohnungen in Eigentumswohnungen umzuwandeln. Wir wollen einfach weiterhin in unseren Wohnungen wohnen, ohne von Akelius & Co ständig belästigt und mit dem Wohnungsverlust bedroht zu werden.

Deshalb bleiben wir hartnäckig an den fingierten Share Deals von Akelius dran. Wir werden weiter recherchieren, weitere Fälle veröffentlichen und weiterhin die Steuerbehörde mit unserem Interesse am Ausgang der Prüfung konfrontieren. Und selbstverständlich werden wir weiterhin die Enteignung und Vergesellschaftung von Akelius & Co. fordern und uns dafür engagieren!

Wohnraum ist keine Ware! Endspurt zum Enteignen von Akelius, Deutsche Wohnen & Co.!

Join the Rally:
Housing is not a commodity!
Final spurt to expropriation of Akelius, Deutsche Wohnen & Co.!

Themen

  • Für erschwinglichen Wohnraum für alle!
  • Gegen profitorientierte Wohnraumwirtschaft!
  • Solidarisch gegen die Räumung und Kriminalisierung von linken Wohnprojekten, Wagenplätzen und Freiräumen!
  • Endspurt bei der Unterschriftensammlung für die Kampagne „Deutsche Wohnen & Co. enteignen!“

Subjects

  • For affordable housing for everyone!
  • Against profit-oriented housing economy!
  • In solidarity against the eviction and criminalization of left housing projects, trailer villages and independent spaces!
  • Final spurt in the signature collection for the campaign „Expropriate Deutsche Wohnen & Co.!“

Music

  • Filou (Reggae)
  • Müllsch (Punk)
  • Refpolk & Sara & Sergio Mafic („Zeckenrap“)
  • The Bad Shapes (Punk)
  • Carmel Zoum („Diaspora Dance Music“)

Lauratibor Protestoper

„Wem gehört Lauratibor“ ist eine Protest-Oper, die sich mit dem Ausverkauf der Stadt beschäftigt und für eine Stadt für alle kämpft.

„To whom belongs Lauratibor?“ is a protest opera that addresses the sellout of the city and fights for a city for all.

DEMONSTRATION (mit Uraufführung der Oper / with premiere)
Sa 12.06.2021, 17.30-21.30 Uhr
Start: Reichenberger Straße / Ecke Ratibor Straße

KUNDGEBUNG (mit Oper) / RALLY (with opera)
So 20.06.2021, 19.00-21.30 Uhr
Mariannenplatz

Nähere Infos und Pressemitteilung / Further information and press release:
https://www.lauratibor.de

Keine Räumung der Potse!

Wir fordern: Keine Räumung der Potse sondern bezugsfertige Ersatzräume, jetzt!

Am 10. Mai hat die Potse einen offenen Brandbrief zur Situation der Jugendkultur in Berlin veröffentlicht, den bisher bereits 100 Musikgruppen, Initiativen, Vereine, Clubs, Jugendzentren und andere solidarische Unterstützereinnen mitunterzeichnet haben. Wir unterstützen die Forderung der Potse veröffentlichen den Brandbrief hier unkommentiert im originalen Wortlaut.

Nach jahrelangen Verhandlungen und Gesprächen mit Politiker*innen, einer umfassenden Pressearbeit, kreativen Aktionen und unzähligen (Groß-)Demonstrationen, steht es nun endgültig fest: Auch das letzte selbstverwaltete Jugendzentrum muss aus seinen Räumen in Berlin-Schöneberg ausziehen.

Wir sind wütend und erstaunt darüber, dass der Bezirk Tempelhof-Schöneberg und der zuständige Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD), dass Jugendzentrum Potse trotz laufender Verhandlungen über mögliche Ausweichquartiere und inmitten eines Lockdowns, am 19.Mai 2021 durch die Berliner Polizei und mit Wohlwollen des Innensenators Andreas Geisel (SPD) räumen lassen will.

In Berlin werden und wurden unzählige Freiräume und Kulturprojekte entmietet, verdrängt und gewaltvoll geräumt. Auch vor den Kulturräumen der Berliner Jugend macht das Land Berlin jetzt keinen Halt mehr. Durch die geplante Räumung soll eine jahrzehntelang gewachsene Jugendkultur in Schöneberg absichtlich zerschlagen und ohne Aussicht auf einen adäquaten Ersatz auf die Straße gesetzt werden.

Was bleibt?

Wie beim Jugendzentrum Drugstore zu beobachten ist, gibt es für dieses, trotz anhaltender Versprechungen seitens der (Bezirks-)Politik, nun seit 2 1/2 Jahren noch immer keine bezugsfertigen Ersatzräume. Dasselbe Schicksal darf der Potse nicht widerfahren, weshalb sie nicht darauf reinfallen werden, erneut auf leere und wertlose Versprechungen von Politker*innen zu hören.

Dass die ausweglose Situation des Jugendzentrums Potse durch ein Versagen der Regierungskoalition aus SPD, LINKEN und Grünen (R2G) hervorgerufen wurde ist unstrittig, aber das zwischen diesen Parteien die Verantwortung nun schamlos hin- und hergeschoben wird, ist nicht weiter hinnehmbar.

Nachdem der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) der Potse die Möglichkeit verwehrt hat, in Räume der Liegenschaft Potsdamer Str. 140 einzuziehen, weil er dort lieber eine Finanzschule sieht als selbstverwaltete Jugendzentren, kann er sich nicht einfach aus der Verantwortung ziehen. Als Finanzsenator besitzt er zudem einen umfassenden Einfluss auf die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), um brauchbare Ersatzräume im Landeseigentum zu finden.

Sandra Scheeres (SPD) steht als Senatorin für Bildung, Jugend und Familie ebenfalls in der Pflicht, sich für die Interessen der Jugendlichen und politische Bildungsorte einzusetzen. Getan hat sie bisher: Nichts. Obwohl hunderte Berliner Jugendliche seit Jahren um den Erhalt der Potse und des Drugstores kämpfen, ist Frau Scheeres dieser Zustand anscheinend vollkommen egal. Die Stimmen der Jugendlichen müssen endlich ernst genommen werden! Was ist euch Berlin wert, wenn die Politik die Jugend aus der Stadt verjagt?

Jugendkultur ist Kultur: In der Potse und dem Drugstore wurden jahrzehntelang unkommerzielle Konzerte, Theateraufführungen, Lesebühnen und Ausstellungen veranstaltet, die von zehntausenden Menschen in Anspruch genommen wurden. Somit sind beide Orte ein wichtiger Teil der Berliner Kulturszene. Deshalb steht auch Klaus Lederer (Linke) als Kultursenator in der Verantwortung, sich für Jugendzentren einzusetzen.

Jugendkultur nicht als Kultur zu erachten ist keine sinnvolle Lösung. Hochkultur allein macht Berlin in seiner Vielfältigkeit nicht aus. Jede bekannte Band hat irgendwann und irgendwo mal klein angefangen und in solidarischen Räumen gespielt. Die Potse und das Drugstore sind und waren solche Orte.

Nun wurde kürzlich mit dem Senator für Stadtentwicklung und Wohnen, Sebastian Scheel (Linke), eine erste Verhandlungsbasis gefunden. Es klingt verheißungsvoll, dass dieser die Zollgarage im ehemaligen Flughafen Tempelhof vorgeschlagen hat und endlich etwas ins Rollen kommt. Allerdings: Eine Lösung aller Probleme ist auch hier noch immer nicht in Sicht. Die Zollgarage wird nach derzeitigem Stand leider noch keine Dauerlösung sein.

Deswegen FORDERN wir vom Bezirk Schöneberg-Tempelhof und der Stadtregierung von Berlin:

Eine sofortige Aussetzung der Räumung bis adäquate Ersatzräume für Potse und Drugstore feststehen. Wir sind überzeugt davon, dass Berlin mehr Jugendräume braucht und nicht weniger. Gerade jetzt, während einer Pandemie, in der Jugendliche kaum mitgedacht werden, ist es wichtig Räume für Jugendliche zu erhalten und nicht gewaltvoll zu räumen. Es braucht Räume, in denen sich junge Leute treffen, organisieren und austauschen können. Freiräume, die emanzipatorisch und unkommerziell sind. In einer Stadt wie Berlin, die immer mehr ausverkauft und zu einem Ort wird, den sich viele Menschen nicht mehr leisten können, ist es besonders wichtig, solche Strukturen zu erhalten. Wir müssen dafür sorgen, dass Berlin eine soziale Stadt bleibt.

Oliver Schworck (SPD), der Jugendstadtrat des Bezirks Tempelhof-Schöneberg muss, sofern die Räumung der Potse tatsächlich am 19.05.2021 stattfinden sollte, die notwendigen Konsequenzen ziehen.

Eine vertraglich festgelegte Sicherung der adäquaten räumlichen Versorgung der Jugendzentren Potse und Drugstore auf Dauer. Auch wenn die Zollgarage im Flughafen Tempelhof eventuell zukünftig saniert werden muss, braucht es vertraglich gesicherte Ersatzräume für die Nutzer*innen der Jugendzentren.

Das die Räumungswelle, die schon zu viele Freiräume in den letzten Monaten und Jahren getroffen hat endlich gestoppt wird. Denn diese ist kein Unglück oder Zufall – es sitzen ganz reale Menschen hinter diesen Entscheidungen. Es gilt jetzt, die Landespolitik in die Pflicht zu nehmen, endlich auf die unzähligen Stimmen der Stadt zu hören und nicht auf die der meistbietenden Investor*innen. Berlin braucht – gerade in Zeiten einer Pandemie – einen umfassenden Räumungsstopp für alle sozialen und kulturell genutzten Orte in Berlin. Jetzt und sofort!

Wenn die Forderung, die Räumung der Potse auszusetzen, bis zum 14. Mai 2021 nicht umfassend erfüllt und öffentlich kommuniziert wird, müssen wir als Zivilgesellschaft davon ausgehen, dass die Räumung des selbstverwalteten Jugendzentrums Potse von der Politik nicht gestoppt werden wird. Der politische Wille, die Potse zu erhalten, ist damit nicht mehr als ein unerfülltes Wahlversprechen.

Wir stehen gemeinsam für eine solidarische Stadt von unten ein und kämpfen gegen die Verdrängung und Räumung von sozialen und kulturellen Freiräumen und Projekten.

Unterzeichnet von

Bands und Musikgruppen

  • Taxi nach Tegel
  • HAUSVABOT
  • Berliner Frauenchor Judiths Krise
  • Fontanelle
  • One Step Ahead
  • Lauratibor Protest-Oper
  • Zecknäcks
  • Daran SchaitertZ
  • Resistenz’32
  • Terrorgruppe
  • Jogida

Bars, Clubs und Festivals:13

  • Suicide Circus
  • ://About Blank
  • Syndikat
  • Meuterei
  • Pirata Patata
  • Franziskaner
  • YAAM
  • Rock’n’Roll Herberge
  • Der Goldene Hahn
  • Der Franken
  • Mensch Meier
  • Resist to Exist Festival
  • Fusion Festival

Jugendkulturzentren und Jugendvereine: 9

  • T.E.K. e.V. (Till Eulenspiegel-Kette e.V.)
  • Naturfreundejugend Berlin
  • Unabhängiges Jugendzentrum Pankow JUP e.V.
  • Haus der Jugend Bunte Kuh e.V.
  • Landesjugendring Berlin e.V.
  • Kreisjugendring Köpenick e.V.
  • Café Köpenick
  • selbstverwaltetes Jugendzentrum Potse
  • selbstverwaltetes Jugendzentrum Drugstore

Initiativen, Vereine und Interessensvertretungen:

  • Spreepublik
  • Info- und Stadtteilladen Lunte
  • Mieter_inneninitiative H48
  • ANONYME ANWOHNENDE
  • WEM GEHÖRT KREUZBERG
  • AG Eigenbedarf kennt keine Kündigung
  • Anarche Berlin
  • Quartiersmanagment Grunewald
  • Hedonistische Internationale
  • AmMa65 e.V.
  • Wem Gehört Berlin
  • Block89
  • Bucht für Alle
  • Reclaim Club Culture
  • ALERT
  • Indiwi e.V.
  • Bergpartei, die Überpartei
  • Antiverschwurbelte Aktion
  • Bündnis Zwangsräumung verhindern
  • Rat der Künste Berlin
  • Kiezpalaver Schöneberg
  • Beirat des Initiativenforums Stadtpolitik Berlin
  • Köpi
  • Köpi Wagenplatz
  • Eye!Warning – Filmproduktion
  • Chile Freundschaftsgesellschaft „Salvador Allende“
  • Bündnis für bezahlbare Mieten Neukölln
  • Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht (BAGA)
  • Demokratische Initiative 100% Tempelhofer Feld
  • Linienstr. 206
  • Kunstblock and beyond Berlin
  • AG StopHeimstaden
  • Lause Bleibt!
  • Fédération Droit au logement (Frankreich)
  • „La Bombonera“ Limbach-Oberfrohnau
  • AK Pariser Kommune
  • Antirassistische Initiative Berlin Initiative Mieter:innengewerkschaft Berlin
  • Club of Roam – Autostop! e.V.
  • Prachttomate
  • Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union e.V. Landesverband Berlin-Brandenburg
  • Torhaus Berlin e.V.
  • THF Radio
  • Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn
  • Initiative Stadtneudenken Berlin
  • Clubcommission Berlin e.V.
  • Rummels Bucht
  • Bewegungsfreiheit Soli-Party Reihe
  • Initiative Deutsche Wohnen & Co enteignen!
  • Bizim Kiez
  • Mieter*innen Initiative Weißensee
  • THF Vision
  • Netzwerk #200Häuser
  • Anarchistische Bibliothek Wien
  • HINZ UND KUNZ LEIPZIG
  • Interkiezionale
  • Regenbogenfabrik
  • Bauhütte-Kreuzberg
  • Schaubude Berlin
  • Projekt beGEG(e)Nung
  • Gedenkort Fontanepromenade 15
  • Kiezversammlung44
  • Kiezladen Allee154
  • Villa Kuriosum
  • BBK – Berufsverband Bildener Künstler*innen
  • Atelierbeauftragter der Stadt Berlin
  • Kiezladen Friedel54 im Exil
  • Sozialistische Jugend – die Falken Berlin

HOUSING ACTION DAY 2021

WIE WOLLEN WIR LEBEN?
GEMEINSAM FÜR EINE SOLIDARISCHE STADT!

Noch ist Winter im Zeichen der Pandemie, aber bald kommt der Frühling. Zeit für Träume und Visionen, Zeit für Protest und Widerstand. Lasst uns  gemeinsam kämpfen für eine solidarische Stadt: Macht mit beim Housing Action Day 2021 am 27. März!

Treffpunkt für Akelius-Mieter*innen: Rathausstr. / Ecke Spandauer Str. (Nordwestecke), Ortsplan siehe unten. Und wer mag, kann sich dort ein Anti-Akelius-Schild aus der Kollektion aussuchen.


HOW DO WE WANT TO LIVE TOGETHER?
FOR A CITY BUILT IN SOLIDARITY WITH ONE ANOTHER!

Winter is still under the sign of the pandemic, but spring will soon begin.
Time for dreams and visions, time for protest and resistance. Let’s come together to fight for a city built on solidarity: Join us for Housing Action Day 2021 on March 27!

Meeting point for Akelius tenants: Rathausstr. / corner Spandauer Str. (northwest corner), map see below. There you can pick an anti-Akelius sign from the collection, if you like.


Häuserkampf ist Frauen*kampf

English version see below

Das Menschenrecht auf Wohnen ist auch immer ein Thema der Frauen. Statement der Vernetzung der Akelius-Mieter:innen zum Internationalen Frauentag am 8. März 2021

Der 8. März – internationaler Frauentag – ist seit einem Jahr in Berlin Feiertag. Das ist ein Erfolg, aber bei weitem kein Grund zum Ausruhen. Wir leben noch immer in einer Gesellschaft, in der Frauen in ihrer Lebenspraxis nicht gleichberechtigt sind. Das lässt sich auch an der Wohnungsfrage ablesen. Sie spiegelt in besonderem Maße die in unserer Gesellschaft herrschenden Machtstrukturen wider.

Aufgrund der Lohnungerechtigkeit sind Frauen von steigenden Mieten stärker belastet. Das trifft sowohl bei der Wohnungssuche als auch bei der Mieterhöhung zu. Bei steigenden Angebotsmieten scheiden als erstes die Bewerber:innen mit den niedrigeren Einkommen aus. Bei Mieterhöhungen ist die Belastbarkeitsgrenze für Einkommensbenachteiligte schneller erreicht.

Frauen als Mütter müssen nicht nur für sich, sondern auch für ihre Kinder sorgen. Sie müssen unter den Bedingungen der Lohnungerechtigkeit sich selbst und ihre Kinder ernähren und für diese das Wohnen mitfinanzieren. Wenn Frauen als Mütter gezwungen sind in Beziehungen zu wohnen, um die Kosten für ihre Kinder zu teilen, dann sind sie keine freien Menschen mehr, sondern aus finanziellen Gründen von ihren Partner:innen abhängig und ihnen ausgeliefert. Und ist eine Frau von häuslicher Gewalt betroffen, hat sie wegen ihrer Benachteiligung auf dem Wohnungsmarkt meist nicht die freie Wahl zu gehen.

Frauen sind sich dieser Benachteiligung durchaus bewusst. Vor allem jüngere Frauen wehren sich immer entschiedener gegen diese Ungerechtigkeit. Beim Thema Wohnen fragen sich unsere kleinen Schwestern, unsere Töchter, unser Enkeltöchter zurecht, warum sie Kinder in diese Welt setzen sollen, in der nicht einmal das Dach über dem eigenen Kopf sicher ist. Warum sollen sie sich selbst und ihre Kinder dieser erhöhten Gefahr, Abhängigkeit und Angreifbarkeit aussetzen? Immer mehr junge Frauen treten unter anderen auch deshalb in den Gebärstreik.

Riot statt Rosen! Stopp Roger Akelius!

Über die Akelius Foundation arbeitet Akelius mit der UNICEF zusammen. Eines der Hauptziele von UNICEF ist die Durchsetzung von Gender Equality (Gendergerechtigkeit). Die UNICEF hat deshalb ein Programm zur Förderung von Mädchen und Frauen, das alle Tätigkeitsbereiche der UNICEF betrifft. Wenn die Akelius Foundation die Förderung von „Gender Rights“ ausschließt, dann wendet sie sich damit aktiv gegen die Förderung von Frauen und Mädchen – ein Antifeminismus, der laut UNICEF gerade auch denen schadet, denen die Akelius Foundation angeblich helfen will: den Kindern. Besonders Mädchen und junge Frauen sind von Benachteiligung und Gewalt betroffen. Das antifeministische Programm der Akelius Foundation korrespondiert mit der Patriarchenrolle des Firmengründers Roger Akelius, der sein Foto auf dem Spielbrett einer für UNICEF entwickelten Sprachlernapp eingestanzt hat. Dadurch wird die sogenannte Wohltat für Kinder in Not nur ein Werbespot.

Die Vernetzung der Akelius-Mieter:innen fordert daher die Aufhebung der Geschlechterungerechtigkeit und die Vergesellschaftung von Akelius & Co. und erklärt sich solidarisch mit den für Emanzipation kämpfenden Frauen und allen Unterdrückten und Diskriminierten.


English version

Struggle for housing is gender struggle

The human right to housing is also always a women’s issue. Statement of the Akelius Tenants‘ Network on International Women’s Day on March 8, 2021

March 8 – International Women’s Day – has been a public holiday in Berlin since last year. This is a success, but by no means a reason to relax. We still live in a society in which women do not have equal rights in their daily lives. This is also evident in housing issues, which are particular reflections of the power structures that prevail in our society.
Due to wage inequity, women are more affected by rising rents. This is true both in the search for housing and in rent increases. When the rents for available apartments rise, the applicants with the lower incomes are the first to be eliminated. In the case of rent increases, the limit of the ability to bear the burden is reached more quickly for those with lower incomes.

As mothers, women have to provide not only for themselves but also for their children. They must feed themselves and their children under conditions of wage inequity and pay for housing for them as well. If women as mothers are forced to live in relationships in order to share the costs of their children, then they are no longer free people, but dependent on and at the mercy of their partners for financial reasons. And if a woman is affected by domestic violence, she usually does not have the free choice to leave because of her discrimination on the housing market.

Women are well aware of this discrimination. Younger women, in particular, are increasingly vocal in their opposition to this injustice. When it comes to housing, our little sisters, our daughters, our granddaughters rightly wonder why they should bring children into this world in which they can’t even be sure of the roof over their own heads. Why should they expose themselves and their children to this increased danger, dependence and vulnerability? This is one of the reasons why more and more young women are going on birth strike.

The real estate company Akelius is partly responsible for the fact that asking rents in Berlin have exploded and affordable housing has been destroyed. Instead of treating the renting of housing as a matter of basic needs, Akelius is fostering the law of the survival of the fittest. Because of the structural discrimination against women, this is far too often done at their expense. This alone shows that Akelius upholds the oppression of women. But Akelius also explicitly positions itself against the emancipation and equality of women by explicitly excluding the funding of “ Gender Rights“ projects by the Akelius Foundation.

Riot no Roses! Stop Roger Akelius!

Through the Akelius Foundation, Akelius collaborates with UNICEF. One of UNICEF’s main goals is to enforce Gender Equality. UNICEF therefore has a program for the promotion of girls and women that affects all areas of UNICEF’s activities. When the Akelius Foundation excludes the promotion of Gender Rights, it is actively opposing the promotion of women and girls – an anti-feminism that, according to UNICEF, also harms the very people the Akelius Foundation claims to be helping: children. Girls and young women are particularly affected by discrimination and violence. The Akelius Foundation’s anti-feminist program corresponds with the patriarchal role of company founder Roger Akelius, who has his photo stamped on the board of a language learning app developed for UNICEF. This makes the so-called benefit for children in need nothing more than a commercial.

The network of Akelius tenants therefore demands the abolition of gender injustice and the socialization of Akelius & Co. and declares its solidarity with women fighting for emancipation and with all people who are oppressed and discriminated against.